Ist Lesen out? Sitzt der Deutsche lieber vor dem Fernseher? Die Zahlen sprechen eine andere Sprache! Angesichts des miserablen Abschneidens bei der “Pisa Studie” im Fach “Deutsch”, hat sich die Meinung gebildet, das es daran liegen würde, dass die Menschen in Deutschland nicht mehr so viel läsen. Überhaupt sei es eine Seltenheit, wenn man jemanden mit einem Buch in der Hand anträfe.
Zahlen, Daten, Fakten
Nach Angaben des Börsenvereins des deutschen Buchhandels erwirtschaftete der Buchmarkt in Deutschland 2010 einen Umsatz von ca. 9,7 Milliarden Euro, was einer Steigerung gegenüber 2009 von 0,4% entspricht. Der Sortimentsbuchhandel spielt nach wie vor die bedeutendste Rolle. Auf ihn entfielen rund fünfzig Prozent des gesamten Umsatzes. Der online Buchhandel verzeichnet einen stetigen Aufwärtstrend. Die Umsätze in diesem Segment für 2010 lagen bei etwa 1,35 Milliarden Euro, was einem Anteil am gesamten Buchmarkt von 13,8 Prozent und einer Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr von rund vierzehn Prozent entspricht. Auch Hörbücher haben ihren Umsatz um zwei Prozent gesteigert, wobei Belletristik den größten Anteil ausmacht, gefolgt von den Kinderbüchern. Interessant ist, dass auf das Gebiet “Schule und Lernen” 3,8 Prozent der Hörbücher und auf das “Sachbuch” 3,3 Prozent entfallen. Auf diesen Gebieten regiert wohl noch das “klassische” Buch. Eine satte Steigerung ergab sich in dem Segment der Hörbücher: hier betrug die Zuwachsrate 18% gegenüber 2009! Auch das eBook zeigt einen stetigen Aufwärtstrend und belegt immerhin schon einen Marktanteil (im ersten Halbjahr 2011) von 0, 7 Prozent. (Quelle: smart-digits)
Das eBook- kein Ersatz für das “richtige” Buch
Die stetige Steigerung der Zahlen im Sortimentsbuchhandel spricht eine beredte Sprache:
Das Buch ist immer noch etwas Besonderes und findet seinen Platz in vielen deutschen Haushalten. Die Buchhandlungen in der Vorweihnachtszeit zum Beispiel sind besonders gut besucht. Auch die jährlich stattfindenden Buchmessen in Frankfurt und Leipzig stoßen auf großes allgemeines Interesse. Dem Buch haftet immer der Hauch von Gelehrsamkeit und Bildung an. Diesen Zauber kann auch im Zeitalter der elektronischen Medien das eBook (bis jetzt!) nicht verdrängen. Die Deutschen sind also beileibe kein lesefaules Volk. Laut “Stiftung Lesen” gaben nur ca. 30% an, eher “Medien- und Leseabstinent” zu sein! Der Aufwärtstrend der eBooks ist zu begrüßen und wird auch weiterhin anhalten.
Ausblick
Die meisten Deutschen sind sehr an Büchern interessiert. Zudem klagen viele Menschen über Stress und berufliche Belastung, so hat dies anscheinend keine Auswirkungen auf das Leseverhalten: wohl eher im Gegenteil. Denn was kann entspannender sein, als sich mit einem guten Buch auf eine Bank zu setzen, und sich mittels einer anregenden Lektüre in eine andere Welt entführen zu lassen?
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